Virtualisierung XEN vs. KVM

Der tägliche K(r)ampf mit Linux geht in eine nächste Runde, eine Virtualisierung für meinen Home-Server muss her. Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt. Wenn das aber so funktioniert wie gewollt, wird es schick. Mein erstes "Opfer" für eine Virtualisierung ist mein geplanter Groupware-Server. Da ich weder bei Groupware noch bei Virtualisierung der Profi bin, wird es wieder einmal spannend.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass ich mich vor einer Entscheidung für oder gegen eine Groupware erfolgreich drücken kann. Dafür wurde die Entscheidung für eine Virtualisierung umso schwieriger. KVM läuft auf meiner jetzigen und auf de geplanten Hardware nicht, ich könnte den Plan eine sparsamen, unhörbaren Servers über Board werfen. Den dafür zu zahlenden Aufpreis in Barem für andere Hardware und mehr Stromverbrauch könnte ich noch verschmerzen. Mein Ego sieht das aber anders. Ich habe auf Jahre hinaus ausreichende Hardware und keinen Bock, aus reiner Bequemlichkeit mehr zu bezahlen, als ich unbedingt muss.

Damit hat sich KVM selbst für dieses Vorhaben diskreditiert, Atom und KVM vertragen sich mangels VT nicht wirklich miteinander. Bleibt Xen. Die üblichen Einwände gegen Xen stimmen in jeder Form. Nicht grade intuitiv, Kernelunterstützung bis vor kurzem der gespielte Witz, nicht grade sehr schnell entwickelt in den letzten Jahren.

Mittlerweise hat sich das Thema Kernelunterstützung geändert, der .18 ist es nicht mehr. Das Aufsetzen mache mir bisher aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Der freie, Vorkonfigurierte Citrix-Server lief eigentlich out of the Box, war aber nicht wirklich dass, was ich wollte. Die 4.0 des Hypervisors habe ich nie vernünftig ans laufen gekriegt, auch hier ist Handauflegen und Abwarten fragt. Die Frage der zu verwendenden Distribution ist ein Grauen. Suse lehne ich ab, bei RedHat und CentOS kann man wahrscheinlich noch Jahre auf Zen 4 warten. Fedora ist mir zu experimentell und gefällt mir aus unbestimmten Gründen nicht. 

Der erste Versuch wurde Debian Testing und ging voll in die Hose. Nach einigen Tagen Pause wollte ich SID mit neuen Paketen probieren, kam aber durch Zufall davon ab. Dieser Zufall hieß Arch. Ich entdeckte den aktuellen Stand XEN und noch einen mit XEN aufgepeppten Vanilla-Kernel und gab Arch eine Chance. Ich liebe AUR, makepkg, vor allem aber ARCH. Besonders liebe ich es, wenn jemand die Gentoo-Quellen abgreift und ein Arch-AUR-Paket daraus baut. So kann ich eine Pläne, mich mit Gentoo zu befassen, auf unbestimmte Zeit verschieben.

Nach den üblichen Querelen ging dann alles ganz fix. Wozu ich vorher Tage mit debian vergeudet hatte, war mit Arch auf einmal kaum noch ein Problem. Der Hypervisor 4 liess sich ohne Probleme aus dem Git bauen, der Dom0-Kernel fast ohne Probleme. Es vergingen nur sagenhafte 6 Stunden und ich hatte einen funktionierenden Hypervisor und darauf aufsetzende einen Arch-Dom0-Kernel. Leider musste ich die Arbeit wieder an die Seite legen, keine Zeit. Das nächste Thema aber kenne ich schon. Ich baue einige DomU's, als erstes natürlich Arch, danach wage ich mich nach Lust und Laune an einen Ubuntuserver in virtuell. Ich bin schon heute gespannt wie ein Flitzebogen, jetzt muss nur noch der Atom zu mir nach Hause gewackelt kommen.

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