Welches Linux ist das Richtige für mich?

Die Frage stellt scih einem Neueinsteiger, der grade mit Linux beginnt. Ein Fazit nach einem halben Jahr: Das ideale Linux gibt es nicht. Alle von mir getesteten Distributionen haben ihre Vor- und Nachteile. Daher kann ich nur empfehlen, für den ersten Einstieg ein Rundum-Glücklich-Paket wie Ubuntu zu wählen. Die Lernkurve fällt wesentlich verträglicher aus, als zum Beispiel bei Gentoo. Der Nachteil ist allerdings, dass man nicht so viel über Linux lernt, wie bei einer Frickel-Distribution. Da ich jetzt beides durch habe, kann ich behaupten, dass Linux ohne Frickelei mehr Spass macht. Klar, mein absoluter Liebling unter den Distributionen ist Arch geworden, aktueller geht es wirklich kaum noch. Das Schrauben hält sich in recht engen Grenzen und bietet einen schönen Einstieg in die Schrauberei. Eine Einschränkung hat das Ganze: Wenn man die Frickelfraktion aufmarschieren lässt, kann man kontinuierliches und sicheres Arbeiten eigentlich vergessen. Als Idee, was alles möglich ist, sit mir Arch sehr ans Herz gewachsen. Aber nochmals: Bleeding Edge und regulärer Betrieb schließen sich eigentlich gegenseitig aus.

Noch mehr in die Richtung zurück zu Stable-Releases bin ich durch Ubuntu 10.04 gelangt. Wenn die Entwicklung bei den Jungens von Canonical so weitergeht, dann wird selbst Frickeln zum reinen Hobby und um die einmal erlangten Fähigkeiten nicht zu verlernen. Basierend auf Debian unstable haben die Buben mit der 10.04 etwas auf die Beine gestellt, wo man wirklich nur noch sagen muss: Hut ab. Geschwindigkeit und Aktualität stimmen, einige Sachen, die in Ubuntu dabei sind, habe ich unter Arch einfach nicht gebacken gekriegt. Der Fortschritt zur 9.10 ist, wenn man so will, gewaltig. Fas alle Kritikpunkte, die ich an 9.10 hatte, sind ausgemerzt, das Ding lief für mich schon als frühe Alpha genial. Bestimmte Sachen, wie Upstart und Grub2 brauche ich nicht wirklich, da ich aber durch Arch sehr viel gelernt habe, stören sie auch nicht mehr so stark.

Nervig an Ubuntu finde ich eigentlich nur noch, dass man vom eigentliche Linux nicht mehr viel zu sehen bekommt: Sehr ärgerlich finde ich den Start-Splash, man sieht gar nichts mehr. Natürlich kann man das auch abstellen, aber viele Mechanismen von Linux lernt man bei und durch Ubuntu recht schwer. Da ist eine Schrauber-Edition besser. Ein kleines Beispiel: Wer sich je mit dem X-Server herumgeschlagen hat, wird es zu schätzen lernen, wenn man wie bei Arch erst einmal in der Shell landet. Dass man als Einsteiger eigentlich recht wenige Chancen hat, X jemals zum Laufen zu bewegen (ohne fremde Hilfe), steht auf einem ganz anderem Blatt Papier.

Momentan bin ich hin und her gerissen, auf was ich meinen geplanten VServer aufsetze. 10.04 wird von Strato leider in absehbarer Zeit nicht angeboten, bleibt 8.irgendwas, was mir nun wieder überhaupt nicht passt oder CentOS, mit dem ich mich wesentlich mehr anfreunden könnte. Ich weiss auf jeden Fall eines. Wenn es Debian-Pakete werden, dann auf keinen Fall Debian selbst. Vielleicht warte ich auch einfach noch eine Weile ab…

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